UBZ 270 · Juli 2026 · Ulm
Graf Zeppelin und Ulm
Am 21. Oktober 1912 landete das Luftschiff „Viktoria Luise“ in Ulm – ein Stadtereignis, das bis heute auf Fotokarten und Belegen weiterlebt.
Von Wilhelm Ludwig · ca. 3 Minuten Lesezeit
Am 21. Oktober 1912 wurde Ulm Schauplatz eines besonderen Ereignisses: Das Luftschiff LZ 11 „Viktoria Luise“ landete in der Stadt und zog zahlreiche Schaulustige an. Für die Bevölkerung war dies weit mehr als ein technisches Schauspiel. Die Ankunft des Zeppelins wurde zu einem städtischen Ereignis, das sich in Fotografien, Ansichtskarten und später auch in philatelistischen Belegen niederschlug.
Oberbürgermeister Wagner begrüßte den Grafen von Zeppelin feierlich mit einem Blumenstrauß. Anschließend folgte ein herzlicher Empfang im Ulmer Rathaus. Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft war dabei mehr als eine höfliche Geste: Zeppelin hatte einen Teil seiner militärischen Laufbahn in württembergischen Diensten verbracht und war mit Ulm eng verbunden. So diente er als Kommandeur des Ulanen-Regiments „König Karl“ in Ulm.
Bemerkenswert ist auch Zeppelins Lebensalter bei seinen entscheidenden Leistungen. Ferdinand Graf von Zeppelin wurde am 8. Juli 1838 in Konstanz geboren. Erst 1887, im Alter von 49 Jahren, äußerte er sich in einer Denkschrift über die „Notwendigkeit der Lenkballone“. Als sein erstes Luftschiff LZ 1 am 2. Juli 1900 über dem Bodensee aufstieg, war Zeppelin bereits 62 Jahre alt. Sein Lebensweg zeigt eindrucksvoll, dass große Innovationen nicht nur jungen Menschen vorbehalten sind.
Er wurde ein „Volksheld“, sein Name zum Sinnbild für das starre Luftschiff. „Im Kern seines Wesens war er aber ein Politiker, der zum Symbol deutscher Geisteskraft wurde“, urteilte Carlo Schmid 1970. Aus einer lange belächelten Idee entstand eine technische Entwicklung von internationaler Bedeutung. Als Zeppelin am 8. März 1917 starb, hatte er die Luftfahrtgeschichte nachhaltig geprägt.
Ein Sammelgebiet für sich
Für Sammler ist der Ulmer Zeppelin-Besuch besonders reizvoll, weil sich hier Lokalgeschichte, frühe Luftfahrt, Ansichtskarten und Philatelie verbinden. Zeitgenössische Fotokarten dokumentieren die Begeisterung der Bevölkerung, während spätere Zeppelin-Belege mit Ulm-Bezug die postalische Erinnerung bewahren. Dazu gehören etwa seltene Stücke zur Fahrt über das württembergische Oberland 1928, Abwurfpost, Bordpoststempel und echt gelaufene Karten.
Die Landung der „Viktoria Luise“ in Ulm war somit mehr als ein kurzer Besuch eines berühmten Grafen. Sie war ein Moment, in dem sich Stadtgeschichte, Technikbegeisterung und philatelistische Überlieferung auf besondere Weise begegneten.
„Kaufe möglichst nur das Beste, was du dir leisten kannst! Sonst wirst du später bereuen, es nicht gekauft zu haben.“
Sammlertipp von Wilhelm Ludwig
Das Fotobuch „Graf Zeppelin und Ulm“ des Autors zeigt auf 26 Seiten mit über 60 Farbabbildungen weitere Stücke aus diesem Sammelgebiet: Zeppelin-Briefe in alle Welt, Urkunden, Briefe und Fotokarten mit Sonderstempeln, alle echt gelaufen, aus den Jahren 1910 bis 1938.