UBZ 270 · Juli 2026 · Postgeschichte
Die Post und das Fahrrad
Seit 1896 stellt die Post mit dem Fahrrad zu – und Postverwaltungen in aller Welt haben den radelnden Briefträgern Briefmarken gewidmet.
Von Bernd Weiß · ca. 2 Minuten Lesezeit
Durch die weltpolitische Lage mit den Teuerungen in allen Lebensbereichen rückt das Fahrrad wieder in den Fokus der privaten und auch wirtschaftlichen Nutzung.
Traditionell gehört die Deutsche Post als Dienstleister seit ihren Anfängen als Kaiserliche Reichspost zu den Pionieren bei der Nutzung des Fahrrades zur Zustellung von Postsendungen. Bereits 1896 setzte man in Berlin erstmals das Fahrrad für die Auslieferung von Telegrammen und Rohrpostsendungen ein. Der eingesparte Zeitaufwand überzeugte, sodass weitere Oberpostdirektionen dem Beispiel folgten.
Die schnellere Zustellung ermöglichte einen größeren Zustellbereich; dadurch konnte auch beim Postpersonal gespart werden. Im Jahr 1898 kam die bis heute markante gelb lackierte Farbgebung. Sie diente in erster Linie der Wiedererkennung und zugleich dem Diebstahlschutz.
Gemeinsam mit Ingenieuren der Post entwickelten die Fahrradhersteller Lastenfahrräder, die speziell für die Bedürfnisse der Postbotinnen und Postboten konzipiert wurden. Trotz der zunehmenden Motorisierung stieg die Zahl der Dienstfahrräder zwischen den beiden Weltkriegen auf 17.000 Stück im Jahr 1939.
Da die Postwertzeichenstelle im selben Unternehmen angesiedelt war, lag es nahe, die Postbotinnen und Postboten, die bei jedem Wetter ihren Dienst verrichteten, mit Sondermarken zu würdigen. Viele Postverwaltungen in der ganzen Welt nahmen dieses Motiv in ihr Ausgabeprogramm auf.